Bericht vom Besuch der Lophelling-Schule und Rangeen-Home

13.4. bis 1.5.2011

Sonja und Uli Heindl, Fuchstal

Nach vier Tagen langsamen Wanderns durch die Klimazonen entlang des Marsyandi-Tals tauchte kurz hinter dem Flugplatz von Humde eine Hängebrücke mit Gebetsfahnen und ein Gebäude auf – das musste schon die Schule sein, ein romantischer See, viel Platz für Sport und die auffällige Solarfront- auf dem blauen Dach steht „LBS“ Lophelling Boarding School. Hausaufgaben Wir gingen durch ein Tor in den gepflasterten Innenhof und wurden von Gonpo und den Lehrern herzlich mit Kataks begrüßt.

Nach einem erfrischenden Tee packten wir die Mitbringsel aus und eine lange Verteil-Zeremonie begann, die von den Lehrern mit Losen organisiert wurde. Jedes Kind bekam ein Kuscheltier und ein Kleidungsstück. Schulsachen und pädagogisches Material hatten wir auch dabei, es wird bei Bedarf künftig von den Lehrern eingesetzt.

Essensgebet in der Lophelling Schule Wie allen Europäern fiel uns erst einmal die Disziplin der Kinder auf – sie warteten auf die Erlaubnis zum Essen, standen lange ruhig im Hof beim Appell und bedankten sich für alles. Beeindruckend wie ruhig die 74 Kinder beim Essen waren und wie die Augen glänzten, wenn ihre Teller gefüllt wurden.

Die Lehrer beteten mit den Kindern auf Tibetisch und Nepali, denn es wurde kein Unterschied zwischen den Kulturen gemacht. Die großen halfen den kleinen Kindern, es herrschte eine ruhige Atmosphäre voller Respekt. Und wie auch bei vielen Erwachsenen wurde unter den Kindern viel gelacht – leider konnten wir nur ahnen worum es ging.

Schulklasse in der Lophelling Schule Die Lehrer interessierten sich für mehrere von Sonja gehaltene Unterrichtsstunden, der Aufbau nach westlichen Methoden schien den Kindern neu zu sein – sie sind den Frontalunterricht gewöhnt. Aber sie waren begeistert dabei, „magic flowers“ zu basteln, Matheübungen, Englisch-Stunden und Lieder und Tänze mitzumachen. Die gegenseitige Hilfe und Rücksichtnahme war auch hier im Vordergrund.

Reparaturarbeiten am Waschplatz der Lophelling Schule Uli beschäftigte sich inzwischen mit den kaputten Wasserhähnen des Waschplatzes, räumte die Werkstatt etwas um und verband mit Unterstützung der Lehrer die an der Krankenstation schon länger in der Luft hängenden Wasserrohre. In der Krankenstation waren wir auch einquartiert – die Annapurna schaute mit dem ersten Morgenlicht zum Fenster herein.

Leider waren uns nur wenige Tage in der eindrucksvollen Landschaft um Manang vergönnt. Die einsame Wanderung zum Ice-Lake war ein Höhepunkt – direkt gegenüber den glänzenden Annapurna-Gletschern unter tiefblauem Himmel.

Dank der guten Beziehungen von Gonpo und Lapka konnten wir einen Flug von Humde nach Pokhara bekommen. Tsering holte uns mit zwei Schülern in der „German Bakery“ ab. Im Rangeen Home wurden wir herzlich von allen Kindern und Lehrern aufgenommen.

Außer einigen Unterrichtsbeispielen in den sehr sauberen, aber leider kleinen Klassenzimmern und vielen Spielen, Liedern und Tänzen im Innenhof der Schule (der jeden Morgen frisch gekehrt wurde) wurden Ausflüge zusammen mit den Kindern, den Lehrern und auch dem Koch unternommen. Z.B. in einen nahegelegenen Park, zum Eisessen und in das informative Mountain-Museum, wo sich die Kinder sogar selbständig Aufzeichnungen machten und die Lehrer und uns Löcher in den Bauch fragten. Nach einer Limo-Pause im Schatten wurde für die Rückfahrt vom Museum wegen der Müdigkeit der kleineren Kinder ein Bus organisiert – 48 Personen in einem Kleinbus, in Deutschland undenkbar.

Intensive Tage waren zu Ende, der Abschied – auch von unserem Patenkind Anisha – fiel uns sehr schwer, wir kannten nun auch ihre meist traurigen Familiengeschichten. Durch die pädagogische Förderung, die warmherzige Art von Tsering, Phuntsok, allen Lehrern und des immer fröhlichen Kochs und auch die intensive Gesundheitsvorsorge lässt aus anfangs verschüchterten nach Tagen und Wochen aufgeweckte, anhängliche Kinder werden.

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